Woche 2: sparsames Heizen

Eine Woche Zeit...

... für sparsames Heizen

Ein wohlig warmes Wohnzimmer, eine heiße Dusche, ein gemütlicher Abend am Kamin … Ohne Heizung wäre der Winter kaum vorstell ­ bar. Beim Energiesparen konzentrieren wir uns allzu oft auf die elektrische Energie, dabei wird rund drei Viertel der Energie eines Haushaltes für Heizen und Warmwasser benötigt. In Zu ­ kunft werden wir hingegen immer mehr kühlen müssen, wie das heute schon in wärmeren Re ­ gionen der Erde geschieht. Je bewusster und effektiver wir unser Raumklima gestalten, desto besser. 

Foto: james-padolsey/unsplash

In dieser Woche...

  • mache ich einen Rundgang durch mein Haus und suche nach Schwachstellen: Sind alle Fenster dicht? Stehen alle Heizkörper frei? Sind die Heizzeiten richtig eingestellt?
  • achte ich auf mein Lüftungsverhalten: Durch Kippfenster entweicht besonders viel Wärme. Besser alle Fenster zum Lüften kurzzeitig weit öffnen!
  • senke ich die Zimmertemperatur um 1 °C ab und ziehe meinen Lieblingspulli über.
  • prüfe ich meine Heizungsanlage oder frage bei der Hausverwaltung nach: Wurden bereits Effizienzpumpen eingebaut? Lohnt es sich, die alte Ölheizung endlich auszutauschen oder das Haus an ein Nahwärmenetz in meiner Nähe anzuschließen?
  • nehme ich an einem Online-Vortrag der Energieberatung der Verbraucherzentrale teil und empfehle sie weiter an Nachbar*innen, Freund*innen und Verwandte. verbraucherzentrale-energieberatung.de
  • frage ich in meiner örtlichen Kommunalverwaltung, was sie zur Heizenergieeinsparung in ihren Gebäuden beiträgt.

Wasser und Heizen

Wärme zum Heizen und für Warmwasser gewinnen wir in Deutschland ganz überwiegend, nämlich zu 85%, immer noch aus fossilen Brennstoffen - also aus Kohle, Erdöl und Erdgas. Die Gewinnung dieser Rohstoffe hat in den betroffenen Regionen in der Regel auch Auswirkungen auf den Wasserhaushalt. Das zeigen zum Beispiel Bilder aus dem Nigerdelta, wo ganze Landstriche aufgrund der Ölverschmutzung von der nigerianischen Bevölkerung nicht mehr bewirtschaftet werden können. Ein Gericht in den Niederlanden hat in einem jüngsten Urteil betroffenen Bauern erstmals Schadensersatzansprüche gegenüber dem Mutterkonzern Shell zugesprochen und das Unternehmen zur Einhaltung höherer Sicherheitsstandards verpflichtet.

ZDF: Shell muss Umweltschäden in Nigeria bezahlen (29.01.21)

Auch in Deutschland zeigen sich Auswirkungen auf den Wasserhaushalt. In den Braunkohle-Tagebaugebieten in Nordrhein-Westfalen und in der Lausitz ist ein aufwändiges Grundwassermanagement notwendig, das weit über das Tagebauende hinaus über viele Jahrzehnte aufrechterhalten werden muss. Ähnliches gilt für den inzwischen beendeten Steinkohlebergbau. Mittelfristig sind Auswirkungen auf die Grundwasserqualität nicht auszuschließen. Die damit verbundenen Anforderungen und Kosten werden als „Ewigkeitslasten“ bezeichnet. Sie werden zu hohen Anteilen durch die öffentliche Hand zu tragen sein.

BUND Hintergrundinformationen

Tipps zum Warmwasser sparen

Etwa 15-20% unseres privaten Wärmebedarfs werden für die Warmwassererwärmung benötigt. Wer also seinen Warmwasserverbrauch senken kann, spart kostbares Trinkwasser und jede Menge Energie und CO2. Etwas genauer hinzusehen kann sich auch finanziell lohnen. Hier die einfachsten Tipps:

  • Hände mit kaltem Wasser waschen.
  • Den Wasserverbauch des Duschkopfes messen. Bei über 10 Litern pro Minute lohnt sich die Anschaffung eines sparsamen Duschkopfes.
  • Wäsche bei 30°C waschen. Kochwäsche bei 50-60°C waschen und Flecken mit Gallseife vorbehandeln.

Für alle, die sich intensiver mit dem Warmwasser Sparen befassen wollen, hat die Info-Plattform co2online Tipps zusammengestellt.

co2online

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