Erfahrungsbericht Woche 5

Hier finden Sie einen Erfahrungsbericht für ein einfaches Leben

Leichtfüßigkeit

"Der Blick wandert durch mein Zimmer. Er sucht nichts, aber er findet trotzdem. Dieses Bild habe ich mir vor ein paar Monaten gekauft, weil ich es sehr ästhetisch fand. Heute ist es mein täglicher Reminder. So zart wie die junge Frau auf dem Bild, so eindringlich erinnert es mich jeden Tag daran, nicht meine Leichtigkeit zu verlieren.

Besonders jetzt möchte ich nicht, dass die Schwere sich in meinem
Leben breit macht. Jeden Tag erinnere ich mich durch dieses Bild daran, dass das Gefühl von einem leichten, hüpfenden Herz, welches leichtfüssig über Wolken tanzt, mir das schönste Gefühl ist. Ganz einfach eben.

Ich weiß, dass ich hier gerade eine Einfachheit beschrieben habe, die wir so selten im Alltag erfahren. Die manchmal zwischen all der Schwere auf der Strecke bleibt. Aber es geht mir um das „in“ uns. In mir, da wohnt diese Leichtfüssigkeit. Letztes Jahr dachte sie kurz, sie müsse ausziehen. Es wurde an ihr gerüttelt und sie selbst überschüttet mit neuen Lebensumständen. Die Leichtfüssigkeit ist geblieben.

In der Woche „einfaches Leben“ mache ich mir diese junge tanzende Frau noch mehr zum Vorbild. Um ehrlich zu sein, mag ich mir mein Leben gerade nicht einfacher machen. Bereits im ersten Lockdown habe ich, wie so viele andere meine Wohnung ausgemistet, habe unser aller neues Lieblingshobby „Spazieren gehen“ auch für mich entdeckt, zu Weihnachten und Ostern habe ich lieber gespendet als neu gekauft.

In der Fastenzeit möchte ich aktiv an meiner Gottesbeziehung arbeiten, möchte auf das Klima schauen, möchte meinen Beitrag
leisten, ein schönes Osterfest gestalten, einen kühlen Kopf bewahren und meine Osterfreude nicht verlieren.

Auch dieses Jahr ist der zuversichtliche Blick auf Ostern getrübt. Was wird sein? Es ist schwer. Ich bin Coronamüde und mir fallen
mehr Punkte zum meckern ein als zum Danken. Als ich das gemerkt habe, wusste ich, was ich diese Woche „einfach“ fasten will.

Sich selbst Steine in den Weg legen und Zuversicht nehmen, tuen wir auch aktiv selbst, wenn wir uns jeden Tag im
Strudel der Meckerei drehen. „ach wenn doch nur!“, „was meinst du wann?“, „Ich mag nicht mehr!“, „diese Politiker*innen wissen doch gar nicht, was sie tun!“. Vielleicht hast auch Du den ein oder anderen Satz heute schon gesagt.

Einfach leben durch Leichtfüssigkeit. Vor einem Jahr haben wir es zelebriert, wenn die Zeit für die Natur da war. Warum jetzt nicht mehr? Warum ist es jetzt lästig? Gibt es etwas abwechslungsreicheres als Gottes Schöpfung? Wo finden wir mehr kleine und große Wunder als auf einem Spaziergang durch den Wald? Weißt du mit wie vielen Farben Gott eine Meise geschaffen hat? Schau mal ganz genau hin. Nicht meckern! Annehmen, schätzen, wertschätzen, genießen!

Das habe ich eine Woche gemacht. Corona ist immer noch nicht vorbei, aber ich habe wieder spüren dürfen, wie sehr Gott mich jeden Tag segnet und wie reich geschaffen er diese Welt gemacht hat! Gott, du machst es mir einfach zu danken-lass es mich nicht vergessen!"