Erfahrungsbericht Woche 7

Hier finden Sie einen Erfahrungsbericht um Neues wachsen zu lassen

Noch nicht genug!

Rückblick auf die Klimafasten-Zeit 2021 - Ein Bericht

"Hallo, ich bin Heidi, 48 Jahre und habe letztes Jahr das erste Mal beim Klimafasten mitgemacht. Deshalb wollte ich dieses Jahr auch wieder dabei sein und habe gespannt den Flyer gelesen als ich ihn bekommen habe. „So viel du brauchst…“, ein interessantes Thema. Ich gehöre auf jeden Fall zu den Menschen, die ganz viel haben und von allem zu viel. Somit waren die Voraussetzungen gut.                                                                               

Gleich die erste Woche hat mich an meine Grenze gebracht. Ich habe es nur zwei Tage geschafft nur kurz, etwa 2 Minuten, zu duschen. Dann bin ich wieder in mein altes Muster zurückgefallen. Was für andere Menschen Entspannung, Meditation oder ein Buch lesen ist, das ist für mich das Duschen. Die Zeit, die ich nur für mich habe, die Ruhe, das warme Wasser - für mich Erholung und Entspannung pur. Danach geht es mir einfach gut. Aber ich werde den Versuch von Zeit zu Zeit mal wieder starten!

Die zweite Woche stand unter dem Thema „Heizen“. Wir haben ein Niedrigenergie-Haus und verbrauchen generell nur wenig Heizöl. Wir tanken frühestens alle drei Jahre. Aber wir machen uns im Moment Gedanken auf erneuerbare Energien umzusteigen und wollen da in den nächsten Jahren einiges ändern. Das Stoßlüften besser ist als Dauerlüften sollte mittlerweile jedem bekannt sein und im Moment lüften wir ja alle so viel wie nie zuvor.

Die dritte Woche war eigentlich die leichteste für mich. Unsre älteste Tochter isst seit 2 Jahren kein Fleisch mehr und seitdem gibt es bei uns meist nur 2-3x die Woche Gerichte mit Fleisch. Manchmal essen wir vegetarische oder vegane Ersatzprodukte, aber meistens Gemüse, Kartoffeln, Nudeln oder Reis. Meine Nachbarin ist vegan und durch sie weiß ich einiges darüber. Wir tauschen uns oft über Rezepte, aber auch vegane Alternativen für z.B. Shampoo, Seife oder Waschmittel aus. Ich habe selbst schon vegane Kekse, Kuchen und Nachtisch ausprobiert und ich bin ein großer Fan von Sojamilch.

Die vierte Woche habe ich krankheitsbedingt ausgesetzt. Aber das Thema ist besonders interessant. Ich finde, dass wir Menschen immer häufiger zu viel Zeit des Tages online verbringen, anstatt sich Zeit für sich selbst, die Familie oder Freunde und Bekannte zu nehmen. Da schließe ich mich nicht aus!

Die fünfte Woche stand im Zeichen der Entschleunigung und des einfachen Lebens. Für mich persönlich hat sich das Leben  schon seit letztem Jahr entschleunigt. Der Auslöser dafür – natürlich die Corona-Pandemie. Dieser Grund ist zwar ein gefährlicher, aber hier zeigt es eine sehr „positive“ Auswirkung auf die Menschheit. Ich habe so viel Zeit für mich und meine Familie gewonnen, weil keine Termine anstehen und wir nicht von einem zum nächsten hetzen müssen. Durch die Pandemie lernen wir wieder, was wirklich wichtig in unserem Leben ist: unsere Mitmenschen, die Natur und vor allem unsere Gesundheit. Besinnen wir uns darauf, was wir wirklich brauchen und geben wir anderen etwas ab. Ich spende schon seit vielen Jahren Kleidung, Spielsachen oder Sachspenden zum Beispiel für das Frauenhaus.

Die Ideen der sechsten Woche waren für mich persönlich schlecht bzw. gar nicht umzusetzen. Ich habe kein Fahrrad, so dass diese Vorschläge alle rausfielen. Dafür  laufe ich viel in der Natur. Da wir in einem kleinen Dorf wohnen und eine schlechte Busverbindung haben, ist man auf das Auto angewiesen. Da meine Kinder aber seit Dezember im Distanzunterricht – also zu Hause - sind und weder sie noch ich irgendwelche Termine haben, beschränken sich die Autofahrten auf ein Minimum: Arbeit, Einkaufen, Arzttermine. Eine Flugreise haben wir nicht geplant, dafür eine Fahrt im Herbst an die See – falls das dann möglich ist.

Die letzte Woche der Fastenaktion stand unter dem Thema „Neues wachsen lassen“. Ich habe tatsächlich in dieser Woche – ohne bewusst daran zu denken meine Pflanzen von ihrem Winterschutz befreit, bin durch den Garten und habe geschaut, welche Bäume, Obst- und Ziersträucher und Pflanzen den kalten Frost unbeschadet überstanden haben und habe in meinem Keller nachgeschaut, welche Sämereien noch vom letzten Jahr vorhanden sind und was ich nachkaufen muss. Ich habe  in dieser Woche auch zwei neue Bienenhotels gekauft, die wir neben den bereits vorhandenen Insekten- und Schmetterlingshotels aufgehängt haben. Für Ohrenkneifer und Florfliegen möchte ich dieses Jahr aus Tontöpfen und Stroh Unterschlüpfe basteln und aufstellen. Um den Insekten mehr Nahrung zu bieten, werde ich dieses Jahr auch, zusätzlich zu meinen bisherigen Blumen, Kräutern und Sträuchern, mehrere Töpfe mit Wildblumen aufstellen.

Ich weiß, ich hätte auch dieses Jahr mehr Anregungspunkte auswählen und diese konsequenter umsetzen können – da muss ich in den nächsten Jahren an mir arbeiten. Aber ich finde die Idee jedes Mal toll, freue mich über die Anregungen und versuche wenigstens einen kleinen aber dennoch bedeutenden Beitrag zu leisten."

Text Heidi Wenzel